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THEMA: Irrgarten Energiepolitik

Irrgarten Energiepolitik 4 Jahre 6 Monate her #73

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Liebe Leser,

im folgenden ein bemerkenswerter Aufsatz von Horst Steinmetz zur Energiewende.
Zur Lektüre empfohlen!

Peter


Irrgarten Energiepolitik

DENA, die deutsche Energieagentur verbreitete am 24.7.13 folgende Nachricht:
"Mit der Energiewende hat sich Deutschland für einen grundlegenden Umbau des Energiesystems
entschieden, der mehr bedeutet als den Ausstieg aus der Atomkraft und den Ausbau der erneuerbaren
Energien. Er verlangt u. a. neue Kraftwerke, hohe finanzielle Investitionen, verstärkte
Energieeinsparung und nicht zuletzt die Beteiligung der Bürger. Dazu gehört nicht nur die Anpassung
des eigenen Verhaltens im Umgang mit Energie, sondern auch die Akzeptanz für den Wandel der
Energielandschaft. Die Energiewende ist ein sehr komplexer und langwieriger Transformationsprozess."

Warum hat sich Deutschland für einen über den Ausstieg aus der Kernkraft hinausgehenden Umbau
seines Energiesystems entschieden? Warum will die Politik Investitionen gegen den Markt erzwingen?
Anstatt dort, wo der Markt Investitionen verlangt? Warum sollen wir im Umgang mit Energie unser
Verhalten ändern und anpassen, anstatt eine technisch mögliche und ökonomisch sinnvolle
Stromversorgung anzustreben? Warum tut sich Deutschland das an? Gibt es irgendeinen Grund für uns
Bürger in Deutschland diese Last zu tragen und in diesem lebenswichtigen Bereich für unsere gesamte
Zukunft Einschränkungen zu akzeptieren, wie in keinem anderen Land der Welt?

Warum?
Trotz folgender Fakten! Bei der Stromproduktion aus Wind Onshore kann naturbedingt die 20%-
Zeitgrenze nicht überschritten werden, Offshore werden voraussichtlich nicht mehr als 25% erreicht
und bei Photovoltaik war die maximale Ausnutzung p.a. bisher 9.2% der Zeit. Die Überschneidung der
Produktionszeiten von Wind und Sonne führt zur Einsicht, mit ihnen ist Stromproduktion nur in maximal
25% der Zeit möglich. Am 30.5.2012 hat mir Frau Puttrich, die hessische Umweltministerin, in einer
kleinen Diskussionsrunde, diese Einschätzung als richtig bestätigt. Im August 2012 hat mir im Rahmen
einer Diskussion Minister Altmaier dies ebenfalls als richtig bestätigt. Das führt zur Einsicht, eine
versorgungssichere ökonomisch vertretbare CO2-freie Stromversorgung aus Wind und Sonne ist aus
folgenden Zusammenhängen nicht möglich:

1. Da durch die Vorgaben der Natur sich Strom aus Wind und Sonne nur in maximal 25% der Zeit erzeugen lässt, geht also der CO2-Ausstoß bei 75% der Stromproduktion ungehindert weiter. Während der Wind- und Sonnenstromproduktion, in willkürlich fluktuierenden ca. 25% der Zeit, müssen im Hintergrund die fossilen Stromproduktionsanlagen im Stand-by-Modus, CO2-ausstoßend, mitlaufen. Die von Wind und Sonne erzwungenen häufigen Lastwechsel verursachen soviel Energieverluste, dass die CO2-Reduzierung durch Wind- und Sonnenstrom entweder bei annähernd 0 liegt oder der Saldo so gar negativ sein kann. Die Deckung des Strombedarfs in ca.75% der Zeit ist also nur möglich entweder mit konservativer Strom-produktion oder mit bis jetzt noch nicht erfundenen verlustfrei und kostenfrei arbeitenden Stromspeichern.

2. Speicher, wenn es sie einst geben sollte, werden aber nicht verlust- und kostenfrei arbeiten, sondern sie werden genauso wie im Stand-by-Modus betriebene konservative Kraftwerke jeweils zu den
normalen Produktionskosten immer zusätzliche Kosten verursachen. Deshalb wird Strom aus Wind und
Sonne immer erheblich teurer sein als konservativ erzeugter Strom, auch wenn es irgendwann gelänge,
die Wind- und Sonnenstromproduktionskosten den Kosten konservativer Stromproduktion anzugleichen.

3. Dies zeigt, dass aus systemimmanenten Gründen auch für die Zukunft Wettbewerbsfähigkeit und
Versorgungssicherheit bei Wind- und Sonnenstrom ausgeschlossen sind, egal wie viel Photovoltaik- und
Windkraftanlagen noch installiert werden. Es zeigt, dass die deutsche Volkswirtschaft im Verhältnis zu
anderen Volkswirtschaften eine von der Politik implantierte Sonderlast zu tragen hat, die auf Dauer ihre Wettbewerbsfähigkeit zerstört. 2012 betrug die Sonderlast bereits ca. 17 Milliarden Euro, dieses Jahr werden es schon wesentlich mehr.

4. Immer wieder wird von den Hütern der erneuerbaren Energien behauptet, die von ihnen verursachten
exorbitanten Strompreissteigerungen würden durch zukünftige Preissteigerungen bei den fossilen
Brennstoffen neutralisiert. Die auf dieser Annahme basierende Entscheidung für Windkraft und
Photovoltaik ist die von Risiko und Umfang her größte Wette, die je abgeschlossen wurde. Der
Wetteinsatz bei dieser politischen Spekulation ist die Stabilität der deutschen Volkswirtschaft. Die Wette läuft auf unser aller Risiko und sie wird verloren gehen. Das geschieht vor dem Hintergrund, wo
sogenannte Spekulanten für das Eingehen eines Bruchteils vergleichbaren Risikos von der Politik übelst
beschimpft werden.

5. Hydragleich lösen Fehlerfolgen neue Fehler und neue Kosten aus. Ein wesentlicher Teil des geplanten
Netzausbaus wäre ohne Windstrom nicht nötig. Dieser Teil der Investitionen ist also nur zu maximal
20-25% ausgelastet. Die Verteilung der Investitionskosten führt zur Verteuerung des Windstromtransports um ein Vielfaches gegenüber dem Transport konventionellen Stroms. All diese Sonderlasten werden nur von Deutschlands Bürgern und seiner Wirtschaft verlangt.

In den USA werden die Verbraucher auf Grund sinkender Energiepreise über mehr Einkommen verfügen,
das gibt dort einen Wachstumsschub für die Wirtschaft. Die deutsche Energiepolitik entzieht jährlich
immer mehr Einkommen, drosselt den Konsum, bremst Wachstum, schwächt unsere Wettbewerbsfähigkeit und zerstört so die Wurzeln unseres Sozialstaats. Weitere Informationen finden sie hier auf meiner Website

www.politikbetrachtung.de

unter:

Energiewende 2011,
Ordnungspolitik + EEG,
Briefe-Energie-Euro,
Strom 2013.

Am 18.7.2013 formulierte der Unions-MdB Hans-Peter Uhl in einem Interview in der FAZ folgenden allgemeingültigen Grundsatz:

"Der Staat darf nicht ein politisches Versprechen abgeben, das er technisch nicht halten kann. Das wäre einfach unseriös."
Letzte Änderung: 4 Jahre 5 Monate her von Peter.
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